Carl Zeiss Gruppe auf dynamischem Wachstumskurs
Steigerung von Umsatz und Unternehmenswert im Geschäftsjahr 2004/05, Spitzenwert beim Jahresüberschuss, Auftragseingang nimmt im ersten Quartal 2005/06 zweistellig zu
Frankfurt/Main, 14. Februar 2006. Die Carl Zeiss Gruppe hat sich im Geschäftsjahr 2004/05 weiter sehr dynamisch entwickelt. Umsatz und Ertrag stiegen nach einem guten Vorjahreswert nochmals an, wesentliche Bilanzpositionen wurden erneut verbessert und das Ergebnis nach Steuern erreichte einen neuen Spitzenwert. Mit einer Reihe von Portfoliomaßnahmen baut das Unternehmen seine strategischen Positionen aus. Der Unternehmenswert hat weiter zugenommen. Besonders erfolgreich waren die Unternehmensbereiche Halbleitertechnik und Medizintechnik. Das Augenoptik-Geschäft konnte durch die Akquisition eines internationalen Anbieters eine führende Position auf dem Weltmarkt erreichen. Es wird künftig als Gemeinschaftsunternehmen außerhalb des Konsolidierungskreises geführt und at equity bilanziert.
Der Vorstandsvorsitzende Dr. Dieter Kurz zeigt sich mit der Entwicklung sehr zufrieden. Auf der Bilanzpressekonferenz des Unternehmens am 14. Februar 2006 in Frankfurt/Main erklärte er: „Die Carl Zeiss Gruppe kann auf ein hervorragendes Geschäftsjahr zurückblicken. Wir nutzen den Handlungsspielraum, den wir als Aktiengesellschaft gewonnen haben und haben allein im Geschäftsjahr 2004/05 netto rund 250 Mio. EUR für Mergers & Aquisitions aufgewandt. Mit Innovationskraft, offensivem Portfoliomanagement und flexiblen Finanzierungsformen streben wir weiter ehrgeizige Wachstumsziele an. Das neue Geschäftsjahr hat mit deutlich gestiegenen Aufträgen im ersten Quartal ebenfalls erfreulich begonnen.“
Erfolgreiches Geschäftsjahr 2004/05
Die Carl Zeiss Gruppe hatte im Jahr 2004/05 ein Umsatzvolumen von 2,222 Mrd. EUR erreicht und damit trotz der Ausgliederung der Augenoptik zur Mitte des Geschäftsjahres einen Zuwachs um vier Prozent gegenüber dem Vorjahreswert (2,135 Mrd. EUR) erzielt. Bereinigt um Änderungen im Konsolidierungskreis (die im Wesentlichen das Geschäft mit Brillengläsern betreffen) ergibt sich ein Zuwachs von sieben Prozent. Der vergleichbare Auftragseingang stieg um vier Prozent an. Der Auslandsanteil nahm nochmals um zwei Prozentpunkte auf 82 Prozent zu. Den größten Umsatzzuwachs verbuchte mit 20 Prozent der Unternehmensbereich Halbleitertechnik, gefolgt vom Unternehmensbereich Medizintechnik mit einem Anstieg um 12 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Ergebnis nahezu verdoppelt
Nochmals stärker als der Umsatz konnte das Ergebnis gesteigert werden. Die Carl Zeiss Gruppe erwirtschaftete insgesamt ein EBIT von 199 Mio. EUR und damit 72 Prozent mehr als im Vorjahr (116 Mio. EUR). Das Ergebnis vor Steuern stieg von 129 Mio. EUR im Vorjahr auf 226 Mio. EUR an. Nach Abzug der Steuern betrug der Jahresüberschuss 151 Mio. EUR – ein neuer Rekordwert, der nahezu das Doppelte des Vorjahreswerts (77 Mio. EUR) darstellt.
Stiftung erhält Dividende
Aufgrund der sehr positiven Entwicklung im abgelaufenen Geschäftsjahr haben der Vorstand und der Aufsichtsrat der Carl Zeiss AG, dem Stiftungsstatut entsprechend, die Ausschüttung einer Dividende in Höhe von 2,8 Mio. EUR an die Carl-Zeiss-Stiftung vorgeschlagen. Die Hauptversammlung beschließt über diesen Gewinnverwendungsvorschlag im April.
Unternehmenswert steigt weiter
Das Wachstum wirkte sich auch positiv auf den Unternehmenswert aus. Die Messgröße EVA® (Economic Value Added), die die Steigerung des Unternehmenswerts angibt, stieg um mehr als 100 Prozent auf 85 Mio. EUR (Vorjahr 42 Mio. EUR).
Mitarbeiterzahl konstant
Die Ausgliederung des Bereichs Augenoptik führte zu spürbaren Veränderungen bei den Mitarbeiterzahlen. Am 30. September 2005 beschäftigte die Carl Zeiss Gruppe weltweit 11.476 Mitarbeiter (Vorjahr 13.667), davon 3.334 im Ausland (Vorjahr 3.984). Ohne die Veränderungen im Konsolidierungskreis ist der Personalstand nahezu konstant geblieben.
Cashflow erreicht Bestmarke
Mit der Ertragskraft wuchs auch erneut der Cashflow vor Ertragsteuern. Mit 351 Mio. EUR übertraf der Wert die Vorjahreszahl (264 Mio. EUR) nochmals deutlich. Dies entspricht einem Anteil von 16 Prozent des Umsatzes (Vorjahr 12 Prozent). Das Unternehmen hat damit einen neuen Bestwert erreicht. Die Nettoliquidität betrug zum Bilanzstichtag 556 Mio. Euro (Vorjahr 672 Mio. Euro). Sie hat damit auch nach erheblichen Investitionen in Mergers & Acquisitions ein Niveau, das der Carl Zeiss AG einen breiten Handlungsspielraum gibt. Dazu trugen auch zwei im Juni 2005 aufgelegte Schuldscheindarlehen mit einem Gesamtvolumen von 250 Mio. EUR bei. Das Unternehmen konnte dadurch die Liquidität bei dem derzeit günstigen Zinssatz mit langfristigen Laufzeiten erweitern. „Carl Zeiss ist mit seinen Erfolgen in den zurückliegenden Jahren und mit seiner auf die Unternehmensstrategie abgestimmten Innovations- und Wachstumsorientierung für zahlreiche Anleger ein interessanter Partner“, erklärte Finanzvorstand Dr. Michael Kaschke. „Der Markt begrüßt unsere Finanzierungskonzepte. So wurden die Schuldscheindarlehen mehrfach überzeichnet.“
Eigenkapitalquote nimmt weiter zu
Die kontinuierliche Stärkung des Unternehmens zeigte sich auch im Jahr 2004/05 in einer Zunahme des Eigenkapitals. Die Eigenkapitalquote stieg um vier Prozentpunkte auf 24 Prozent an.
Investitionen erhöht
Eine Steigerung verzeichneten auch die Investitionen in Sachanlagen. Sie stiegen um rund 14 Prozent auf 92 Mio. EUR (Vorjahr 81 Mio. EUR). Die Abschreibungen blieben mit 97 Mio. EUR auf nahezu dem gleichen Niveau wie im Vorjahr (96 Mio. EUR). Die Schwerpunkte der Investitionstätigkeit lagen in der Halbleitertechnik und in den Produktionseinheiten der Service-Center in Oberkochen und Jena.
Vorsprung ausgebaut
Mit einer nochmaligen Steigerung der Investitionen in die Innovationskraft baute die Carl Zeiss Gruppe ihre technologische Leistungsfähigkeit weiter aus. Die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung erreichten mit 230 Mio. EUR (Vorjahr 209 Mio. EUR) einen Höchstwert. Dieser entspricht zehn Prozent des Umsatzes. Der Anteil neuer Produkte am Umsatz verdeutlicht die innovative Dynamik: Im Geschäftsjahr 2004/05 erzielte das Unternehmen rund 64 Prozent seines Umsatzes mit Produkten, die nicht älter als fünf Jahre waren. Auch die zum Patent- und Gebrauchsmusterschutz angemeldeten Innovationen nahmen weiter zu. Mit 399 Anmeldungen wurden nahezu zwei Schutzrechte pro Arbeitstag beantragt.
Aktives Portfoliomanagement
Die Struktur der Carl Zeiss AG von morgen hat im Berichtsjahr deutliche Konturen bekommen. Zukäufe, Ausgliederungen und Umgruppierungen haben das Profil des Unternehmens verändert. Einschließlich der Finanzzugänge aus Mergers & Acquisitions wurden in der Gruppe rund 250 Mio. EUR für Zukäufe aufgewandt. Der wichtigste Meilenstein des Portfoliomanagements im Jahr 2004/05 war die Stärkung und Ausgliederung des Augenoptikgeschäfts.
- Augenoptik auf internationalem Niveau
Im März 2005 wurde der Bereich Augenoptik von Carl Zeiss mit dem weltweit aufgestellten amerikanischen Unternehmen SOLA International Inc. zusammengeführt. Die Anteile an dieser Unternehmensgruppe halten die Carl Zeiss AG und der Finanzinvestor EQT Private Equity Partners zu gleichen Teilen. Durch den Zusammenschluss ist ein Brillenglasanbieter entstanden, der weltweit präsent ist und unter den internationalen Anbietern jetzt Platz zwei einnimmt. Die Integration der Augenoptik unter dem Dach der Carl Zeiss Vision International GmbH kommt gut voran. Die Umsätze des Unternehmens werden seit dem 1. April 2005 nicht mehr in der Carl Zeiss Gruppe konsolidiert.
- Mikroskopische Technologie ausgebaut
Mit der P.A.L.M. Microlaser Technologies AG, Bernried, hat der Bereich Mikroskopie im Dezember 2004 den Hersteller von Produkten für eine besonders anspruchsvolle mikroskopische Präparation übernommen. P.A.L.M. ist auch erfolgreich bei der Vermarktung von Applikationsentwicklungen und der Ausführung von Forschungsaufgaben für Dritte.
- Augenheilkunde expandiert
Die Carl Zeiss Meditec AG öffnete ihrem Augenheilkunde-Geschäft durch die Übernahme der Laser Diagnostic Technologies, Inc. (LDT) im Dezember 2004 und durch den mehrheitlichen Erwerb der IOLTECH S.A. im Februar 2005 neue Perspektiven. Das US-Unternehmen LDT bietet Produkte für die Diagnose und Verlaufskontrolle des grünen Stars an. Die französische IOLTECH ist Hersteller von Intraokularlinsen, deren Einsatz durch ZEISS Diagnosegeräte und Operationsmikroskope vorbereitet und ermöglicht wird.
- Kompetenz für Nanostrukturierung
Der Bereich Halbleitertechnik verstärkte seine Position auf dem Gebiet der Nanostrukturierung durch die Übernahme der NaWoTec GmbH, Roßdorf, im Juni 2005. Die neuen Kompetenzen verschaffen dem Bereich eine gute Ausgangsposition für die weitere Geschäftsentwicklung. Eine erste Anwendung für diese führende Technologie liegt bei der Reparatur von hochwertigen Masken für die Halbleiterindustrie.
- Flachbildschirme optimieren
Mit der Firma Cymer, dem führenden Hersteller von UV-Laserlichtquellen, gründete die Carl Zeiss SMT AG ein gemeinsames Unternehmen, die TCZ GmbH, das innovative Produktionssysteme für den wachsenden Flachbildschirmmarkt entwickelt, fertigt und vermarktet. Cymer hält 60 Prozent der Anteile, die Carl Zeiss SMT AG 40 Prozent.
- Displays werden mobil
Anfang Juni 2005 begann auch ein Start-up-Unternehmen aus dem Forschungsbereich von Carl Zeiss seinen Geschäftsbetrieb. Die Carl Zeiss Mobile Optics GmbH widmet sich der Entwicklung, Herstellung und Vermarktung von so genannten Head-Mounted-Displays, „Datenbrillen“, die direkt am Auge digital erzeugte Bilder anzeigen können. Anwendungsfelder sind insbesondere technische Services, beispielsweise für den Kundendienst bei komplexen Erzeugnissen und Anlagen oder Sehhilfen für stark fehlsichtige Menschen. Aktives Portfoliomanagement hat zu Beginn des neuen Geschäftsjahres 2005/06 die Entwicklung der Carl Zeiss Gruppe vorangebracht:
- Am 9. Januar gab die im Prime Segment der Frankfurter Börse notierte Carl Zeiss Meditec AG bekannt, dass sie beabsichtigt, ihre Position im Bereich Augenchirurgie weiter auszubauen. Gleichzeitig ist eine Ausweitung der Geschäftstätigkeit im chancenreichen Wachstumsmarkt der Neuro-/Hals-Nasen-Ohren-(HNO)-Chirurgie geplant. Zu diesem Zweck soll die Carl Zeiss Surgical, die auf optische und digitale Visualisierungslösungen in der Chirurgie spezialisiert ist, erworben werden. Carl Zeiss Surgical gehört zu 100% zur Carl Zeiss AG, die ca. 65% an der Carl Zeiss Meditec AG hält und den Erwerb als Hauptaktionär befürwortet.
Die Transaktion soll durch eine kombinierte Bar- und Sachkapitalerhöhung vollzogen werden, die den gegenwärtigen Streubesitzanteil von 35 Prozent im vollen Umfang erhalten wird. Mit dem Erwerb, dem die Hauptversammlung der Carl Zeiss Meditec AG im März 2006 noch zustimmen muss, entsteht das drittgrößte, rein auf Medizintechnik spezialisierte börsennotierte Unternehmen in Deutschland. Damit kommt die Carl Zeiss Meditec AG ihrem Ziel, der Aufnahme in den TecDax, einen großen Schritt näher.
- Das Geschäft des Bereichs Display Technologies, der Optikmodule herstellt, die insbesondere in Geräten der Unterhaltungselektronik eingesetzt werden, wird künftig in Partnerschaft mit dem US-Unternehmen Jabil Circuit Inc., St. Petersburg, weitergeführt. Die beabsichtigte Partnerschaft soll die langfristige Wettbewerbsfähigkeit des Bereichs Display Technologies von Carl Zeiss verbessern und die Marktposition von Jabil Circuit (JBL) bei Optikmodulen weltweit stärken.
Positive Entwicklung im ersten Geschäftsjahresdrittel
Die ersten vier Monate des Geschäftjahres 2005/06 zeigen eine anhaltend gute Entwicklung. Der Umsatz nahm um 4 Prozent zu, getragen insbesondere von einem deutlichen Wachstum der Bereiche Medizintechnik, Mikroskopie und Industrielle Messtechnik. Rückläufig waren dagegen – vorwiegend durch temporäre Effekte – die Umsätze des Bereichs Optisch-elektronische Systeme und in geringem Umfang der Halbleitertechnik.
Einen stabil ansteigenden Trend zeigt mit 21 Prozent über dem Vorjahreswert der Auftragseingang. Dabei erreichte die Industrielle Messtechnik einen einstelligen Zuwachs; die anderen Unternehmensbereiche verzeichneten zweistellige Zugewinne. Die hohen Zuwächse in den Bereichen Mikroskopie, Medizintechnik und Halbleitertechnik zeigen die Leistungsfähigkeit und Innovationskraft in diesen Märkten. Daraus entsteht ein spürbarer Rückenwind für das laufende Geschäft. Besonders dynamisch entwickelten sich die Aufträge der Optronik, deren Projekte allerdings in der Regel lange Laufzeiten über mehrere Jahre haben.
Für das Geschäftsjahr 2005/06 erwartet die Carl Zeiss Gruppe auf der Basis des deutlich gestiegenen Auftragseingangs eine weitere positive Umsatzentwicklung. Die Hauptmärkte des Unternehmens entwickeln sich gut, insbesondere in den Regionen Nordamerika und Asien. Carl Zeiss wird aus seiner Leistungsfähigkeit in Forschung und Entwicklung heraus die Geschäfte profitabel voranbringen. „Wir werden den Spielraum, den wir uns durch die Erfolge der letzten Jahre geschaffen haben, für den Ausbau unserer Marktpositionen nutzen und unseren erfolgreichen Wachstumskurs beibehalten. Der Schlüssel dazu ist unsere Innovationskraft und die Fähigkeit, als Lösungs- und Systemanbieter die Anforderungen unserer Kunden auf den Weltmärkten zu erfüllen“, erklärte der Vorstandsvorsitzende Dr. Dieter Kurz.
Ansprechpartner:
Marc Cyrus Vogel
Carl Zeiss AG
Leiter Corporate Communications
73446 Oberkochen
Tel. +49 7364 20-3242;
Fax +49 7364 20-3122
E-Mail: vogel@zeiss.de,
Internet: http://www.zeiss.de

