Jenoptik verkauft Weltraumgeschäft.
Erlöse sollen zum weiteren Ausbau der internationalen Präsenz und signifikanten Reduzierung der Nettoverschuldung auf unter 100 Mio Euro verwendet werden.
Der Jenoptik-Konzern verkauft im Zuge der Konsolidierung des europäischen Weltraummarktes sämtliche Geschäftsanteile der Tochtergesellschaft Jena-Optronik GmbH, die das Weltraumgeschäft des Konzerns betreibt, an einen global führenden Anbieter in der Luft- und Raumfahrt. Heute wurde eine Einigung über alle wesentlichen Vertragsbestandteile erzielt und der Vertrag unterzeichnet. Der Vollzug des Verkaufs steht unter anderem noch unter der aufschiebenden Bedingung der Zustimmung zuständiger Kartellbehörden. Der Zuschlag ist das Ergebnis eines Bieterverfahrens, an dem sich mehrere internationale Luft- und Raumfahrtunternehmen beteiligt hatten. Alle 131 Mitarbeiter der Jena-Optronik GmbH werden vom neuen Eigentümer übernommen. Über den Kaufpreis haben beide Parteien Stillschweigen vereinbart.
Durch den Mittelzufluss nach Vollzug der Transaktion wird sich die Nettoverschuldung des Jenoptik-Konzerns deutlich auf unter 100 Mio Euro reduzieren. Rund 45 Mio Euro hiervon sind durch langfristige Immobilienkredite abgesichert. Der Liquiditätszufluss aus dem Verkauf der Anteile an der caverion GmbH im August sowie aktives Working-Capital- und Forderungs-Management tragen ebenfalls zur Reduktion der Nettoverschuldung bei, die sich Ende 2009 noch auf 159,5 Mio Euro belief. Der Jenoptik-Konzern hat somit die Basis für eine krisensichere Zukunft geschaffen.
Die zufließenden Mittel sollen dazu dienen, die internationale Präsenz, insbesondere in Nordamerika und Asien, auszubauen und durch ausgewählte Großprojekte und gezielte kleinere Akquisitionen die Profitabilität des Konzerns zu erhöhen. Zudem sollen das Produktportfolio und die Wertschöpfungskette abgerundet werden. Darüber hinaus sollen vorzeitige Tilgungsleistungen auf Finanzverbindlichkeiten vorgenommen werden.
Das Weltraumgeschäft steuerte 2009 rund 30 Mio Euro zum Umsatz des Jenoptik-Konzerns bei. Bis zum Ende des 3. Quartals 2010 bleiben die Umsatz- und Ergebnisbeiträge des Weltraumgeschäfts Bestandteil des Jenoptik-Konzernabschlusses. Damit entfallen im 4. Quartal 2010 nur geringe Umsatz- und Ergebnisbeiträge. Der Umsatz des Jenoptik-Konzerns im Geschäftsjahr 2010 soll bei knapp 500 Mio Euro liegen, das Konzern-EBIT mindestens 25 Mio Euro betragen. Die Ergebnisprognose enthält keine Erträge aus dem Verkauf der Jena-Optronik GmbH.
Zum Jenoptik-Konzern
Als integrierter Optoelektronik-Konzern ist Jenoptik in den fünf Sparten Laser & Material-bearbeitung, Optische Systeme, Industrielle Messtechnik, Verkehrssicherheit sowie Verteidigung & Zivile Systeme aktiv. Zu den Kunden weltweit gehören vor allem Unternehmen der Halbleiter- und Halbleiterausrüstungsindustrie, der Automobil- und Automobilzulieferindustrie, der Medizintechnik, der Sicherheits- und Wehrtechnik sowie der Luft- und Raumfahrtindustrie. Jenoptik ging im Zuge der deutschen Wiedervereinigung 1991 aus dem damaligen Kombinat VEB Carl Zeiss Jena hervor. Hauptsitz ist Jena (Thüringen). Neben mehreren großen Standorten in Deutschland ist Jenoptik in knapp 70 Ländern präsent. Die JENOPTIK AG ist an der Deutschen Börse in Frankfurt notiert und wird im TecDax geführt.
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