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14.07.2017

Photonikindustrie Thüringen: Neuer Rekord bei Forschungsausgaben

Firmenverbund OptoNet stellt Wachstumsreport vor


Die Photonikindustrie im Freistaat Thüringen präsentiert sich im Jahr 2017 erneut mit gestiegenen Umsätzen und gewachsenen Belegschaften. Mit 370 Millionen Euro haben die 187 Unternehmen so viel Geld für eigene Forschung und Entwicklung (FuE) ausgegeben wie nie zuvor. Bis 2019 erwarten die Unternehmen mehrheitlich steigende Erträge und planen weiteren Personalaufbau.

Das sind die zentralen Ergebnisse des Wachstumsreports Photonik, den der Firmenverbund OptoNet heute (14.7.2017) in Jena vorstellte. Dafür gaben 122 Unternehmen ausführlich zu ihren Geschäftszahlen und Zukunftsaussichten Auskunft.

POSITIVE GESCHÄFTSLAGE

Befragt nach ihrer aktuellen Geschäftssituation, verweisen rund drei Viertel der Firmen auf eine »sehr gute« (29%) bzw. »gute« (43%) wirtschaftliche Lage.
»Die Auftragssituation ist vor allem bei den Produzenten von Messtechnik und Sensorik sehr gut«, erklärte Thomas Bauer, seit Anfang 2017 Geschäftsführer von OptoNet. »Auch die Anbieter im Bereich Life Science berichten von einer guten Nachfrage.«

UMSATZ GESTEIGERT

Der Jahresumsatz der Photonikindustrie ist seit der letzten Untersuchung von 2,85 Mrd. EUR auf 3,1 Mrd. EUR gestiegen. Das Wachstum lässt sich auf Ertragssteigerungen in allen Betriebsgrößen zurückführen. Auch für das laufende Geschäftsjahr erwarten die Unternehmen teils kräftige Zuwächse: Mehr als 70% der Unternehmen rechnen mit steigenden Erträgen.

GESTIEGENE FORSCHUNGSAUFGABEN

Der Erfolg der Unternehmen ist vor allem auf ihre hohe Innovationskraft zurückzuführen. Mit einer FuE-Quote von 12% haben die Unternehmen ihre Aufwendungen für die Weiterentwicklung ihrer Technologien deutlich gesteigert. Die hohe Forschungsintensität zieht sich durch alle Betriebsgrößen und führte bei einem Viertel der Unternehmen zu direktem Beschäftigungsaufbau.

MEHR MITARBEITER IN DER INDUSTRIE

Seit der letzten Befragung im Frühjahr 2015 wurden rund 600 neue Mitarbeiter, vor allem in der Industrie, eingestellt. Damit arbeiten insgesamt 15.800 Fachkräfte in der Photonikbranche des Freistaats, 1.300 davon in den universitären und außeruniversitären Forschungseinrichtungen. Für die Zukunft rechnen zwei Drittel der Befragten mit »deutlich mehr« (15%) oder »mehr« (52%) Mitarbeitern. Bis Ende 2019 sollen jährlich rund 350 Fachkräfte neu eingestellt werden, zeitgleich scheiden rund 450 Mitarbeiter altersbedingt aus den Unternehmen aus. Insgesamt werden demnach bis Ende 2019 rund 1.500 neue Mitarbeiter gebraucht. Mit der derzeitigen Ausbildungsquote von 3,5% und den zu erwartenden Absolventenzahlen an den Thüringer Hochschulen wird dieser Bedarf voraussichtlich nicht zu decken sein.

HOHER EXPORTANTEIL

Der Exportanteil am Umsatz ist mit 66% mehr als doppelt so hoch wie die durchschnittliche Exportrate des verarbeitenden Gewerbes in Thüringen. Die anhaltend hohe Ausfuhrquote unterstreicht die hohe internationale Orientierung der Unternehmen. Die wichtigsten Exportmärkte sind Westeuropa, Nordamerika und China.

SEHR GUTE NOTEN FÜR OPTONET

Die Mehrheit der befragten Unternehmen ist Mitglied im Photoniknetzwerk OptoNet und nutzt die Angebote des Firmenverbundes im Bereich Kooperationsvermittlung, Marketing und Nachwuchsgewinnung. Diese Angebote der Geschäftsstelle werden fast ausschließlich mit »gut« oder »sehr gut« bewertet. Damit sieht sich Geschäftsführer Thomas Bauer bei den wichtigsten Arbeitsfeldern des Netzwerkes bestätigt. Stärker engagieren will er sich in Zukunft bei Fragen der internationalen Vernetzung und beim Prozess der zunehmenden Digitalisierung der Wertschöpfungsprozesse in der Photonikindustrie. 

OptoNet bündelt die Interessen von rund 100 Akteuren des Thüringer Optikclusters, fördert deren Vernetzung und stimuliert Kooperationen mit dem Ziel, die Entwicklung der Optischen Technologien in der Region voran zu bringen, die Wettbewerbsfähigkeit zu erhöhen und die nationale und internationale Sichtbarkeit des Clusters zu steigern. OptoNet versteht sich dabei als Dienstleister seiner Mitglieder, schafft eine gemeinsame Kommunikations- und Kooperationsplattform und engagiert sich aktiv beim Standortmarketing.

Der Bericht zu den aktuellen Geschäftszahlen, Umsatz- und Beschäftigungsprognosen wird seit 2001 im Zweijahresrhythmus veröffentlicht. Die Befragungen wurden im Auftrag von OptoNet vom Institut für Arbeits-, Industrie- und Wirtschaftssoziologie der Universität Jena durchgeführt.

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