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Zahlen und Fakten

 

 

UNTERNEHMEN

Das Zentrum der Thüringer Photonikindustrie ist die Region Jena. Mit 109 Unternehmen und zahlreichen universitären und außeruniversitären Forschungseinrichtungen sind mehr als die Hälfte der Akteure hier angesiedelt. Die 8.150 Beschäftigten in der Saalestadt erwirtschafteten 2016 ca. 1,7 Mrd. EUR Umsatz. Weitere wichtige Standorte sind der Landkreis Schmalkalden-Meiningen, Erfurt und der Ilmkreis sowie der Saale-Orla-Kreis. 

 

 


UNTERNEHMENSGRÖßEN

Die Mehrheit der Firmen ist nach wie vor klein und mittelständisch. Nur 13 der 187 Unternehmen beschäftigen mehr als 250 Mitarbeiter und erwirtschaften knapp die Hälfte des Thüringer Branchenumsatzes. Die beiden größten Unternehmen sind ZEISS in Jena und die JENOPTIK AG mit zusammen rund 3.500 Mitarbeitern am Standort. 38 % der Beschäftigten arbeiten in einem Unternehmen mit 50-249 Beschäftigten, 12 % in einem kleinen Betrieb der Größenordnung bis 10-49 Mitarbeiter.

 

 


GESCHÄFTSSITUATION & UMSATZENTWICKLUNG

Die gegenwärtige Geschäftslage wird von rund drei Viertel der befragten Unternehmen mit 'sehr gut' oder 'gut' eingeschätzt. Damit setzt sich der positive Trend der Vorjahre weiter fort. Nur 4 % der Unternehmen haben Probleme mit der Auftragslage, kein einziger Branchenvertreter sieht sich in ernsthaften Schwierigkeiten. Seit 2015 haben mehr als 60 % der Unternehmen ihre Erträge steigern können und damit jährlich ein durchschnittliches Wachstum von 4,5 % realisiert. Der Gesamtjahresumsatz der Branche in Thüringen stieg weiter auf 3,1 Mrd. EUR und macht damit rund 11 % des gesamtdeutschen Umsatzes aus. Angesichts der guten Auftragslage erwarten die Unternehmer für das laufende Geschäftsjahr weitere, teils kräftige Zuwächse. Knapp ein Drittel der Firmen rechnet mit stark steigenden Erträgen, weitere 40 % werden ihren Umsatz zumindest leicht erhöhen. Bei den übrigen Akteuren sind konstante Einnahmen zu erwarten, nur wenige Unternehmen rechnen mit einem leichten Umsatzrückgang. Die Stimmung hat sich damit im Vergleich zu 2015 noch einmal verbessert und spricht für eine wirtschaftliche gesunde und starke Branche.

 

 


MÄRKTE & EXPORT

Der im Ausland erwirtschaftete Umsatzanteil lag im Jahr 2016 bei durchschnittlich 66 % und ist damit stabil auf hohem Niveau. Verglichen mit anderen Branchen des verarbeitenden Gewerbes in Thüringen mit Ausfuhrraten von durchschnittlich 33 %, ist die Photonik außerordentlich exportstark. Die wichtigsten Auslandsmärkte sind gegenwärtig Westeuropa, Nordamerika, China und Japan. Befragt nach den aussichtsreichsten Exportmärkten der Zukunft nennen die Unternehmen wie auch in den Vorjahren Nordamerika, China und Südostasien. Dort versprechen vor allem Kunden aus den Bereichen Life Science, Produktionstechnik oder Automotive neue Absatzpotenziale. Der regionale Markt hat nach wie vor eine große Bedeutung. Fast alle Unternehmen sind auf regionale Zulieferer oder komplementäre technologische Kompetenzen am Standort angewiesen. Sie profitieren vor Ort von ausgezeichneten Clusterstrukturen, kurzen Wegen und persönlichen Kontakten.


PRODUKT- & TECHNOLOGIESCHWERPUNKTE

Ein Alleinstellungsmerkmal der Thüringer Photonik ist ihre außergewöhnliche technologische Breite. Angefangen bei klassischen Bereichen wie der Optik und Mechanik, über Messtechnik und Sensorik oder Lasertechnik sind die Thüringer Unternehmen praktisch in allen Bereichen der Lichttechnologien aktiv. Insgesamt acht technologische Schwerpunkte lassen sich voneinander abgrenzen, wobei viele Unternehmen auch in mehreren Feldern aktiv sind. Die Zuordnung der Unternehmen erfolgte hier nach dem Hauptgeschäftsfeld.


KUNDENSTRUKTUR & EINSATZGEBIETE

Photonikunternehmen bedienen mit ihren Produkten und Technologien vor allem Kunden anderer hoch spezialisierter Industriezweige. Klassisches Konsumergeschäft spielt kaum eine Rolle. Knapp 70 % der Produkte kommen in der Produktionstechnik zum Einsatz, z.B. bei der Produktionsüberwachung und -steuerung durch optische Sensoren und Methoden der Bildverarbeitung oder den Einsatz hochmoderner Ultrakurzpulslaser zur Materialbearbeitung. Wichtige Absatzmärkte sind weiterhin der Life Science & Health Sektor, die Informationstechnologie und der Sicherheitsbereich. Auch in den Feldern Energie und Umwelt oder Mobilität sind photonische Technologien unverzichtbare 'Problemlöser'.


FORSCHUNG & ENTWICKLUNG

Die Unternehmen der Thüringer Photonikbranche haben 2016 rund 37 Mio. EUR in Forschungs- und Entwicklungsaufgaben investiert. Dies entspricht einer Quote von knapp 12 %. Im Vergleich zu 2015 ist dies eine signifikante Steigerung um 2 Prozentpunkte bzw. 20 %.Befragt nach der Bedeutung von FuE im Unternehmen, wählen mehr als 70 % die höchste Kategorie (sehr große Bedeutung). Die hohe Forschungsintensität zieht sich durch alle Betriebsgrößen und ist keineswegs ausschließliches Merkmal der großen Unternehmen. Die Mehrheit der Unternehmen investierte in neue Maschinen und Anlagen, Mess-, Prüf- und Labortechnik oder ließ eigene Softwareprodukte entwickeln. Die hohe FuE-Quote beeinflusst auch die Beschäftigungsentwicklung. In den meisten Unternehmen ist die Mehrheit der Mitarbeiter in den Innovationsprozess direkt eingebunden. Neue technologische Entwicklungen haben darüber hinaus bei einem Viertel der Unternehmen zu Beschäftigungsaufbau geführt. Die Investitionen in neue Technik, Software und Anlagen wirken sich auch auf die Qualifikationsanforderung aus. 59 % der Betriebe gaben an, dass die Anforderungen an die Mitarbeiter gestiegen sind. Gefragt sind dabei vor allem IT-Kenntnisse und komplexes Prozesswissen.  


PHOTONIK 4.0

Zum zweiten Mal in Folge wurden die Unternehmen auch nach der Bedeutung der fortschreitenden Digitalisierung befragt. Das Thema beschäftigt die Akteure inzwischen stärker als noch 2015 und ist für mehr als die Hälfte (53 %) Teil der strategischen Planung im Unternehmen. Zum einen ergeben sich durch den digitalen Wandel enorme Chancen und Herausforderungen für neue Produkte und Technologien. 55 % der Unternehmen geben an, dass ihre Produkte bereits jetzt zu Digitalisierung und Vernetzung beitragen. Als Zulieferer für andere Hightechbranchen ist die Photonik prädestiniert, mit intelligenten Lösungen für Produktionsprozesse, Medizin und Life Science oder Automobilbau die Digitalisierung voranzutreiben.

Diesen Herausforderungen sehen die Geschäftsführer selbstbewusst entgegen, beobachten die Märkte und reagieren flexibel auf die Anforderungen von Kunden. Zum anderen werden die eigenen Fertigungs- und Vertriebsprozesse stärker vernetzt und digitalisiert werden müssen, um Produktivität und Effizienz zu steigern. Ob die Vision einer vollautomatisierten Fertigung in einer so entwicklungsorientierten und auf Nischen ausgerichteten Branche eine wirkliche Option ist, ist eher fraglich. Dass aber die Digitalisierung der Produktion, der betrieblichen Abläufe und Kommunikationskanäle über das heutige Niveau hinausgehen wird, ist ohne Zweifel. 

 

 


BESCHÄFTIGUNGSENTWICKLUNG

Die gute Geschäftslage hat in den vergangenen zwei Jahren zu zahlreichen Neueinstellungen geführt. Mehr als die Hälfte der Unternehmen haben Personal aufgebaut, bei weiteren 32 % ist die Zahl der Beschäftigten konstant geblieben. Aktuell arbeiten damit 15.800 Beschäftigte in der Thüringer Photonik, davon 14.500 in der Industrie und 1.300 in den universitären und außeruniversitären Forschungseinrichtungen. Verglichen mit 2014 ist dies ein Zuwachs von knapp 4 %. Die beschäftigten Mitarbeiter sind hoch qualifiziert. Zum Zeitpunkt der Befragung hatten 40 % einen Hochschulabschluss, die Hälfte der Mitarbeiter sind Facharbeiter.


PERSONALBEDARF

Bis Ende 2019 rechnen die meisten Unternehmen (68 %) mit wachsenden Belegschaften. 13 % wollen deutlich mehr Beschäftigte einstellen, 53 % planen moderate Zuwächse. Ein Drittel der Unternehmen rechnet mit konstanten Mitarbeiterzahlen. Aus den erhobenen Daten kann bis Ende 2019 auf einen unmittelbaren Erweiterungsbedarf von ca. 350 Fachkräften pro Jahr geschlossen werden. Berücksichtigt man zusätzlich die durch Verrentungen freiwerdenden Arbeitsplätze, so ergibt sich ein Gesamtbedarf von 1.500 Mitarbeitern bis Ende 2019.

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Diese und weitere Informationen finden Sie im ›Wachstumsreport PHOTONIK 2017‹, der im 2-Jahresrhythmus über aktuelle Geschäftszahlen, Personalprognosen, Marktausrichtung und Export informiert.